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Neue Geschäftsmodelle erobern die Bühne

In Siebenmeilenstiefeln erobert die Digitalisierung Alltag und Berufsleben. Ein Klick genügt und in Sekundenschnelle stehen uns tausende Filme zur Verfügung, können wir bequem unsere nächste Zugfahrt buchen, den Kontostand überprüfen und uns mit Kollegen aus aller Welt in virtuellen Live-Konferenzen austauschen. Aber auch Maschinen, Anlagen und Produktionsprozesse stehen längst im Zeichen der Digitalisierung, werden intelligent vernetzt, zielgenau gesteuert und aufeinander abgestimmt. Effizienz in der Energieverteilung, verlängerte Lebenszyklen oder präventive Wartung sind nur einige der Optimierungsoptionen, die das betriebliche Umfeld in eine neue Ära führen. Immer häufiger ist in diesem Zusammenhang aber auch von neuen Geschäftsmodellen oder Managed Services die Rede. Doch was genau verbirgt sich hinter diesen Begriffen und wie kann der Schaltschrankbau von diesen Ansätzen profitieren?

Wird von neuen Geschäftsmodellen gesprochen, ist in aller Regel von datenbasierten Geschäftsmodellen die Rede. Zu Recht. Schließlich sind Daten, also Produktions-, Anlagen- und Gebäudedaten, das essentielle Rückgrat von Managed Services. Gesammelt werden diese Daten durch hochpräzise Messgeräte, Sensoren, Kameras und Sonden. Um auf Grundlage der gewonnen Daten nun aber digitale Mehrwerte zu erschließen, müssen sie erst einmal ausgewertet werden. Und genau hier liegt der Knackpunkt. Denn vielen kleinen und mittleren Unternehmen fehlen hierfür die Kapazitäten. So werden einerseits riesige Datenmengen produziert, andererseits bleiben diese aber ungenutzt. Diese Lücke schließen datenbasierte Geschäftsmodelle oder genauer, Managed Services. Soll heißen: Externe Dienstleister überwachen und analysieren die gewonnenen Daten und geben operative und strategische Geschäftsempfehlungen weiter. So können beispielsweise – Stichwort präventive Wartung – mögliche Ausfälle vorhergesagt, durch geeignete Gegenmaßnahmen verhindert und kostensparende Wartungseinsätze ermöglicht werden.

Was das nun für die Praxis bedeutet, lässt sich am Beispiel moderner Schaltschränke wie den Smart Panels von Schneider Electric veranschaulichen. Die intelligenten Schaltanlagen messen den Stromverbrauch, vernetzen die angeschlossene Lastabnehmer und steuern diese. Dabei werden die gewonnenen Informationen von der Produktionsebene über die Steuerungsebene bis hin zur Analysesoftware in Echtzeit kommuniziert und dem Betreiber auf Laptop, Smartphone oder Tablet zur Verfügung gestellt. Dank übersichtlicher Darstellungen können so Ineffizienzen oder Netzverschmutzungen erkannt und Optimierungsmaßnahmen eingeleitet werden. Im Zusammenspiel mit dem Masterpact MTZ kann das klassische Installationsgeschäft dann schnell um vertraglich definierte Wartungsdienstleistung ergänzt werden. Mit dem digitalen Modul zur Erdschlußüberwachung lassen sich beispielsweise hochohmige Erdschlüsse mit Fehlerströmen unverzüglich und problemlos aus der Ferne identifizieren. Und auch der Zustand der Niederspannungsanlage kann via Fernwartung im Blick gehalten werden. Im Ereignisfall wird folglich eine automatische Alarmmeldung an die zuständige Elektrofachkraft verschickt, die daraufhin rasch reagieren und Korrekturmaßnahmen einleiten kann.

Lukrative Geschäftsmöglichkeiten für Elektroplaner und Architekten liegen darüber hinaus im „Building Information Modeling“ (BIM), einer digitalen Planungsmethode und sozusagen das digitale Abbild einer realen Immobilie. Das Tool ermöglicht 3-D-Visualisierungen der Gebäudeinfrastruktur und der Anlagenverwaltung – und gibt Elektrofachkräften die Möglichkeit, verschiedene Ausstattungsszenarien virtuell zu simulieren und zu vergleichen sowie mögliche Zusatzkosten zu berechnen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse in Form von Geschäftsempfehlungen und Investitionsplanungen weiterzugeben, ist eine der Möglichkeiten, die sich mit Building Information Modeling realisieren lassen.

Datenbasierte Geschäftsmodelle werden häufig in Gestalt von Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) Anwendungen angeboten, wie das Beispiel BIM gezeigt hat. In der AR-Variante bekommen Fachkräfte vor Ort zusätzliche Informationen zu bestimmten Anlagen, etwa Dokumentationen, Animationen oder Videos, in der VR-Variante wiederum werden Anlagen, Situationen und Orte simuliert und entsprechende Informationen bereitgestellt. Wichtige Voraussetzung dafür: Industrie-Computer wie die Green Box von Schneider Electric, auf der Softwarepakte wie der Augmented Reality Advisor oder der Machine Advisor installiert und genutzt werden können. Die Softwarebundles mit vorgefertigten Bibliotheken ermöglichen beispielsweise Servicedienstleistungen wie Predictive Maintenance, Energiemanagement oder Teleservice. Durch das Kommunikationsgateway in der Green Box wird außerdem die Vernetzung gleich mehrerer Produktionsstandorte Realität. Dies wiederum ermöglicht ein werkübergreifendes Benchmarking, wodurch weitere Erkenntnisse generiert sowie Empfehlungen abgeleitet und folglich zusätzliche Geschäftsbeziehungen aufgebaut werden können.

Doch all die Daten, Prognosen und Erkenntnisse sind wertlos, liegen keine detaillierten Kenntnisse über Branchen, Märkte, Wettbewerbssituation und zukünftige Entwicklungen vor. Denn nur auf Basis von Wissen und Know-how können Daten, Prognosen und Erkenntnisse in kompetente Empfehlungen und Maßnahmen umgewandelt werden. Um mit der Dynamik des technologischen Fortschritts Schritt zu halten, gilt es daher Kompetenzen zu vertiefen und auf dem aktuellen Stand zu halten. Berufliche Qualifizierungsmaßnahmen – seien es einfache Tagesschulungen, mehrtägige Seminare oder umfassende Zertifizierungsprogramme – spielen hier eine wichtige Rolle. Denn smarte Technologien müssen in Theorie und Praxis verstanden und bedient werden können.
 

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