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Wie ein CTR-Konzept (Critical to Reliability) die Ausfallsicherheit bei Colocation-Providern und Hyperscalern optimiert

Mark Bidinger

Lesedauer: 3 Minuten

Wir erleben zurzeit eine beispiellose Nachfrage nach IT- und Datacenter-Kapazitäten. Colocation- und Hyperscale-Datacenter arbeiten mit maximaler Performance, doch Zuverlässigkeit und Ausfallsicherheit müssen weiter optimiert werden. So hat laut Global Data Center Survey 2019 des Uptime Institute ein Drittel der 1.600 Befragten bereits einen Ausfall oder eine schwere Beeinträchtigung des Betriebs erlebt. Einige dieser Ereignisse führten zu großen finanziellen Verlusten. Nahezu 80 Prozent der Befragten gaben an, dass ihr letzter Ausfall hätte verhindert werden können. Die Zeit bis zur vollständigen Wiederherstellung betrug bei den meisten Ausfällen ein bis vier Stunden. Bei mehr als einem Drittel waren es sogar fünf Stunden oder länger.

Für Colocation-Center und Hyperscaler ist eine solche Situation unhaltbar. Innovative Konzepte müssen daher sicherstellen, dass sämtliche Komponenten der technischen Infrastruktur von Datacentern zuverlässig sind. Auch wenn einzelne Komponenten wie z. B. eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) über einen längeren Zeitraum ohne Ausfälle funktionieren, sollte ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt werden, um ein höheres Maß an Ausfallsicherheit zu gewährleisten.

Das CTR-Konzept (Critical to Reliability) bietet diese Möglichkeit. Es umfasst verschiedene technische Komponenten der Infrastruktursysteme von Datacentern, die einen unterbrechungsfreien Betrieb sicherstellen. Dazu gehören USV, Schaltanlagen, SCADA-Systeme, Leistungsschalter, Software für Stromüberwachung und speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS). All diese Komponenten werden als einheitliches System betrachtet und gemanagt. Bei richtiger Umsetzung trägt das CTR-Konzept dazu bei, die Gesamtzuverlässigkeit von Colocation- und Hyperscaler-Standorten zu erhöhen.

Detailliertere Uptime-Prognosen mit CTR

Um ein CTR-Konzept zu implementieren, müssen Betreiber eines Colocation-Datacenters zunächst den Unterschied zwischen Produktqualität und Produktzuverlässigkeit kennen. Eine hochwertige USV zum Beispiel wird gut funktionieren, nachdem sie getestet und in Betrieb genommen wurde. Sobald die USV jedoch im Einsatz ist, kommt die zeitliche Komponente ins Spiel: Wie lange wird die USV im praktischen Einsatz funktionieren? Diese Zeitkomponente ist für die Produktzuverlässigkeit entscheidend, spielt aber auch eine Rolle, wenn ein Kunde von einem Fehler betroffen ist (Wie schnell kann dieser Fehler behoben werden?).

Das CTR-Konzept basiert auf einem formelhaften Ansatz, den Hyperscaler und Colocation-Provider nutzen können, um Zuverlässigkeitsstandards zu erfüllen, die sie ihren Kunden vertraglich zusichern. „Wenn sie zum Beispiel 10 USV-Systeme und 10 Schaltanlagen installieren, wissen sie, dass alle diese Systeme fünf Jahre lang problemlos zusammenarbeiten müssen, um ihre Kundenzusagen hinsichtlich der Zuverlässigkeit einhalten zu können“, sagt Andy Durand, Strategic Account Customer Advocate or Internet Giants beim Customer Satisfaction & Quality Team von Schneider Electric.

„Heutzutage werden zahlreiche Daten zur technischen Datacenter-Infrastruktur und deren Performance erfasst. Anhand dieser Daten können die Verantwortlichen beispielsweise eine Reihe von Anlagen analysieren, um zu prognostizieren, wie lange die Systeme ohne Ausfälle funktionieren“, sagt Andy Durand. Die Festlegung von Basiswerten für Time-Until-Failure-Parameter erleichtert die Einschätzung der tatsächlichen Systemzuverlässigkeit.

Fehleranalyse ergänzt Prognosen

Auch die Fehleranalyse ist ein wichtiger Faktor. Ein Bestandteil der CTR-Prozesse, auch als „Issue-to-Prevention“ bezeichnet, umfasst automatisierte Reparaturaufträge und weitere Funktionen, um Services für Systeme zu einzuleiten und zu koordinieren. Diese Services nutzen KPIs, um die Effektivität und Geschwindigkeit jedes einzelnen Auftrags zu messen. Die erfassten Daten werden analysiert, um die Genauigkeit der Zuverlässigkeitsprognosen weiter zu verbessern. Sobald ein Problem behoben ist, wird untersucht, warum ein System versagt hat. Diese technische Bewertung berücksichtigt die defekten Teile und führt Vergleiche mit ähnlichen Ereignissen durch, um festzustellen, ob ein systemisches Problem vorliegt, wie z. B. eine Zunahme von Kondensatorausfällen.

Ziel des CTR-Prozesses ist es, Ausfälle durch genauere Prognosen zu verhindern und Probleme zu dokumentieren, sobald sie auftreten, um sie nach ihrer Kritikalität zu ordnen. Werden diese Probleme im Laufe des Prozesses adressiert, können Konstruktionsfehler eliminiert werden, um die Stabilität der Stromversorgung im Datacenter zu optimieren.

Wie Colocation-Provider die Zuverlässigkeit ihrer Datacenter für Hyperscaler und Unternehmenskunden optimieren können, erfahren Sie in diesem Blog: Warum Hyperscaler bei der Bewältigung der hohen Nachfrage nach Datacenter-Kapazitäten auf Colocation-Provider setzen.

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