Was ist der Unterschied zwischen Low Demand Mode und High Demand bzw. Continuous Mode in der funktionale Sicherheit?
In der funktionalen Sicherheit unterscheidet man zwischen Low‑Demand‑Mode und High‑Demand‑ bzw. Continuous‑Mode, weil sich daraus unterschiedliche Sicherheitskennzahlen, Berechnungsmethoden und Anforderungen ergeben.
Die Unterscheidung ist normativ festgelegt, z. B. in IEC 61508, IEC 62061 und ISO 13849.
Die Wahl hängt nicht von der Technologie, sondern vom Betriebsmodus der Sicherheitsfunktion ab.
Low Demand Mode (Niedriganforderungsbetrieb)
Definition
Eine Sicherheitsfunktion arbeitet im Low Demand Mode, wenn sie selten angefordert wird:
- ≤ 1 Anforderung pro Jahr
- (teilweise auch: deutlich weniger als einmal zwischen zwei Proof Tests)
Typische Anwendungen
- Not-Aus-Funktion
- Sicherheitsabschaltung bei Störfällen
- Druckentlastung, Übertemperaturschutz
- Sicherheitsfunktionen, die normalerweise im Hintergrund sind
Beispiel
Ein Not-Aus wird im Normalbetrieb nie betätigt – nur im Fehlerfall.
High Demand Mode / Continuous Mode
Definition
Eine Sicherheitsfunktion arbeitet im High Demand oder Continuous Mode, wenn:
- sie häufig angefordert wird, oder
- ständig aktiv ist (kontinuierliche Sicherheitswirkung)
Typisch:
- > 1 Anforderung pro Jahr
- oft: mehrere Male pro Stunde oder dauerhaft
Typische Anwendungen
- Sichere Bewegungsüberwachung (SS1, SLS, STO im laufenden Betrieb)
- Zweikanalige Überwachung sicherheitsrelevanter Signale
- Sicherheitsfunktionen in Antriebsregelungen
- Permanente Türüberwachung
Beispiel
Sichere Drehzahlüberwachung eines Motors während des Betriebs